Wir freuen uns, dass Sie Interesse an der Förderung des Fußverkehrs haben. Sie erhalten hiermit Informationen über das Projekt „Handlungsleitfaden für Fußverkehrsstrategien“ sowie das im April 2018 angelaufene Projekt „Bausteine für Fußverkehrsstrategien“.

Das aktuelle Projekt „Bausteine für Fußverkehrsstrategien“ baut auf dem Projekt „Handlungsleitfaden für Fußverkehrsstrategien“ auf. Dabei soll der im ersten Projekt entwickelte Handlungsleifaden „Schritte zur Einführung einer kommunalen Fußverkehrsstrategie“ auf seine Praktikabilität und Umsetzbarkeit getestet und evaluiert werden. Zudem wird es Fußverkehrs-Checks und Workshops in sieben weiteren Modellstädten geben. Zudem werden Kommunen in ganz Deutschland mit mehr als 20.000 Einwohnern nach Ihren Wünschen und Erwartungen an ein bundesweites Netzwerk fußverkehrsfreundlicher Kommunen befragt, welche durch interessierte Kommunen bei einem Aktivseminar ergänzt und diskutiert werden.

Der Fachverband Fußverkehr Deutschland FUSS e.V. möchte Sie unterstützen durch Informationen…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neuigkeiten zum Fußverkehr finden Sie auch auf facebook und twitter.

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Aktuelles aus den Modellstädten

Grüne Ampelfrau in Halle (Saale)

Was ist gelaufen und was steht an in unseren Modellstädten?
Hier erfahren Sie es!

Bevorstehende Termine:

  • Neustrelitz: Nachgespräch mit der Stadtverwaltung (intern) + Pressetermin zum Abschluss der offiziellen Projektaktivitäten in Neustrelitz am Donnerstag, den 31. Januar 2019
  • Coesfeld: Fußverkehrsstrategie-Workshop am Mittwoch, den 27. Februar 2019
  • Göttingen: Fußverkehrsstrategie-Workshop am Donnerstag, den 28. März 2019

Vergangene Termine:

  • Göttingen: Vorgespräch mit der Stadtverwaltung und anschließender Rundgang durch die Stadt am 20. November 2018
  • Coesfeld: Vorgespräch mit der Stadtverwaltung und anschließender Rundgang durch die Stadt am 15. November 2018
  • Halle (Saale): Öffentlicher Fußverkehrs-Check in der nördlichen Altstadt von Halle (Saale) am 12. November 2018

FUSS e.V. checkt's - Die Check-Broschüre ist da!

Fußverkehrs-Check

Mit der aus Recherchen, Interviews und unseren Erfahrungen aus den Modellstädten unseres Projekts "Handlungsleitfaden für Fußverkehrsstrategien" zusammengestellten Broschüre möchten wir Kommunen und Bürger/innen ermuntern, selbstständig Fußverkehrs-Checks durchzuführen. Darin enthalten sind die wichtigsten Tipps zu Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Fußverkehrs-Checks sowie eine Übersicht über geeignete Check-Formate und Check-Listen. Auch für kommunale Mitarbeiter/innen, die bereits einen Fußverkehrs-Check in seiner/ihrer Kommune durchgeführt haben oder sogar bereits an einer Fußverkehrsstrategie arbeiten, gibt die Broschüre hilfreiche Hinweise zur konzeptionellen Einbindung von Fußverkehrs-Checks, denn ein Fußverkehrs-Check reicht in der Regel nicht aus! Gecheckt?

Die Broschüre gibt es als Download (PDF) und als Print-Version in unserem Online-Shop.
Die ausführlichen Texte und Informationen finden Sie weiterhin auf www.fussverkehrs-check.de.

Gemeinsam läuft es besser - Vernetzung fußverkehrsfreundlicher Kommunen in Deutschland

FUSS e.V. präsentiert das potenzielle Netzwerk fußverkehrsfreundlicher Kommunen.

Für alle fußverkehrsbewussten Kommunen, die nicht allein dastehen wollen, wenn es darum geht, den Fußverkehr in ihrer Stadt voranzubringen,veranstaltete FUSS e.V. am 10. Oktober 2018, also am Vortag des 2. Deutschen Fußverkehrskongresses, in Berlin ein Aktivseminar mit dem Motto „Gemeinsam läuft es besser!“. Dabei ging es darum, fußverkehrsinteressierten Städten erstmalig eine Gelegenheit zu bieten, andere Kommunen kennenzulernen, denen der Fußverkehr ebenso am Herzen liegt, damit sie fortan voneinander und miteinander lernen können. Zudem baten wir die Kommunen, uns ihre Wünsche und Erwartungen an ein bundesweites Netzwerk für fußverkehrsfreundliche Städte mitzuteilen, wozu im Vorfeld bereits auch eine deutschlandweite Umfrage stattgefunden hat.

Alle Ergebnisse der Vorab-Befragung sowie des Aktivseminars finden Sie unter dem Menüpunkt Vernetzung.

 

 

Ziele der Projekte

Mit diesen Projekten möchte der Fachverband Fußverkehr Deutschland FUSS e.V. notwendige Grundlagen für eine strategische Förderung des Fußverkehrs auf kommunaler Ebene sammeln und weiterentwickeln. Angestrebt wird eine möglichst zielgruppengenaue Erfassung und Analyse der Bedingungen und Bedürfnisse von Fußgängerinnen und Fußgängern über Umfragen, Fachinterviews sowie Fußverkehrs-Audits und Workshops in ausgesuchten Modellstädten. Ein daraus zu entwickelnder Handlungsleitfaden soll den Städten und Gemeinden durch die Bereitstellung von Praxis-Hinweisen, Erfahrungswerten und Entscheidungshilfen bei der Erstellung einer kommunalen Fußverkehrsstrategie helfen.

 

Diese Projekte werden gefördert durch das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Die Mittelbereitstellung erfolgt auf Beschluss des Deutschen Bundestages.

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Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den Autorinnen und Autoren.

www.bmu.de

www.umweltbundesamt.de

 

 

Interessierte Kommunen an einem Netzwerk fußverkehrsfreundlicher Städte in Deutschland

Im Rahmen des Projekts „Bausteine für Fußverkehrsstrategien“ wollen wir Kommunen in Deutschland dazu anregen, sich hinsichtlich einer strategischen Förderung des Fußverkehrs zu Vernetzen. Diese Seite bietet allen vernetzungsfreudigen Kommunen und Interessierten des Fußverkehrs eine erste Info-Plattform mit

 

 

 

 

Interessiert?

Sie haben auch Interesse an einem Netzwerk fußverkehrsfreundlicher Kommunen und wollen dazu auf dem Laufenden gehalten werden? Dann nehmen Sie Kontakt zu uns auf!

 

(Foto: Stephanie Hofschlaeger/ pixelio.de)

An dieser Stelle wollen wir Sie darüber informieren, was sich Kommunen in Deutschland für ein bundesweites Netzwerk fußverkehrsfreundlicher Städte wünschen und welche Erwartungen sie daran knüpfen. Dazu stellen wir Ihnen

 

 

1. Ergebnisse aus der Vorab-Befragung

Im Mai 2018 wurde an alle deutschen Kommunen über 20.000 Einwohner/innen ein Fragebogen per Mail versendet, in dem wir die Wünsche und Erwartungen an ein bundesweites Netzwerk fußverkehrsfreundlicher Städte abgefragt haben. An der Umfrage haben insgesamt 92 Personen aus 87 Kommunen deutschlandweit teilgenommen. Bis auf die Stadtstaaten Hamburg und Bremen haben wir jeweils von mindestens einer Stadt aus jedem Bundesland eine Rückmeldung erhalten. Die meisten Rückmeldungen (etwa zwei Drittel) bekamen wir aus Großstädten (mehr als 100.000 Einwohner) und kleinen Mittelstädten (25.000 – 49.999 Einwohner). An der Befragung haben sich auch zehn der zwölf Modellstädte aus unseren Projekten “Handlungsleitfaden für Fußverkehrsstrategien” und “Bausteine für Fußverkehrsstrategien” beteiligt.

Von 92 an der Befragung teilgenommenen Personen gaben rund 71 % an, als Kommune bereits Mitglied in einem oder mehreren regionalen, länder- oder bundesweiten Netzwerken für nachhaltige Mobilität (z. B. Netzwerk für fahrradfreundliche Kommunen) zu sein. 25 % sind mit ihrer Kommune (noch) nicht Teil eines solchen Netzwerks und etwa vier Prozent ist nichts darüber bekannt.

So schätzen die Befragten folgende Aspekte hinsichtlich der Fußverkehrsförderung in Ihrer Kommune ein:

Ergebnisse der Bestandsumfrage in den Kommunen

Sowohl der Wissensstand als auch die Verfügbarkeit von literarischen Grundlagen und Kenntnisse zu den Richtlinien werden mit guter Schulnote beurteilt, während sich die Personalsituation sowie die Verfügbarkeit finanzieller Mittel im Durchschnitt am schlechtesten darstellen. Weitere Punkte wie die Durchführung von Projekten, die Aufmerksamkeit für das Thema Fußverkehr und die Zufriedenheit der Bevölkerung liegen im Mittelfeld der Beurteilung. Auch der Austausch mit Experten und anderen Kommunen wird von den Befragten durchschnittlich als befriedigend bewertet.

Aus folgenden Gründen würden Kommunen an einem Netzwerk fußverkehrsfreundlicher Städte teilhaben:

Gründe zur Teilhabe an einem Netzwerk für fußverkehrsfreundliche Städte

Die meisten an der Befragung teilgenommenen Personen (rund 86 %) haben Interesse am Vorgehen anderer Kommunen und kaum weniger würden gerne von und mit anderen Kommunen lernen. Etwa drei Viertel wünschen sich einen allgemeinen Erfahrungsaustausch „auf Augenhöhe“, während auch 25 % ihre Erfahrungen an unerfahrene Kommunen weitergeben würden wollen.

 

 

Bei einem Netzwerk fußverkehrsfreundlicher Städte wäre den Kommunen Folgendes wichtig:

Wünsche für ein Netzwerk fußverkehrsfreundlicher Städte

Themenzentrierte Veranstaltungen und Seminare sind den meisten an der Befragung teilgenommenen Personen am wichtigsten (70 %), gefolgt von engagierten Teilnehmer/innen (57 %), einer hohen Vielfalt an Kommunen (39 %) und stattfindenden Fachexkursionen (32 %). Weniger wichtig sind ihnen gemeinsame Projekte und Aktionen sowie ein gemeinsames Internetportal (beides jeweils 23 %), regelmäßige Meetings (18 %) und eine gemeinsame Online-Chat-Plattform als auch die hohe Anzahl an teilnehmenden Kommunen (beides jeweils 15 %).

Die Kommunen erwarten folgende Vorteile aus einem Netzwerk fußverkehrsfreundlicher Kommunen:

Vorteile eines Netzwerks für fußverkehrsfreundliche Städte

Hauptsächlich erhofft werden sich neue Ideen und erprobte Maßnahmen aus vergleichbaren Kommunen (88 %) und eine Steigerung des eigenen Erfahrungsschatzes/ Wissensgewinn im Bereich Fußverkehr (86 %). Weniger wichtig ist der Gewinn von mehr Sicherheit im Umgang mit der Förderung des Fußverkehrs (58 %), eine höhere bzw. positive mediale Aufmerksamkeit (38 %) und die Möglichkeit, jederzeit Fragen stellen zu können (35 %). Die Kommunen setzen kaum Erwartungen an ein besseres Image ihrer Kommune (24 %) oder eine Entlastung der Mitarbeiter/innen in ihrer Verwaltung (11 %).

Folgende Fragen würden die an der Befragung teilgenommenden Personen einer Kommune stellen, die bereits einen Erfahrungsschatz im Umgang mit der Förderung des Fußverkehrs hat:

(kleine Auswahl häufig gestellter Fragen)

Einstieg in die Fußverkehrsförderung / Vorgehensweise

  • Wie ist der Einstieg in das Thema erfolgt bzw. welcher war der erste Schritt (politischer Auftrag, Eigeninitiative der Verwaltung, Bürgerinitiative …)?
  • Welche Maßnahmen zur Fußverkehrsförderung und Sicherheit haben eine große Aussicht auf Erfolg?
  • Unter welchen Voraussetzungen kann man den Fußverkehr attraktiv gestalten?

Auswirkungen des Einstiegs in die Fußverkehrsförderung

  • Hat es etwas in der Realität gebracht (Rückgang Unfallquote, Vergrößerung Zufriedenheit, Einsparung, Qualität etc.)?
  • Wie kam das Projekt bei Bürgern+Politikern+Anwohnern an (z.B. wegen Wegfall von Parkplätzen, Akzeptanz der Situation vorher/nachher)?

Politik und Planung

  • Welche Möglichkeiten der finanziellen und personellen Förderung gibt es?
  • Wie ist Ihre personelle Situation und wie viel Prozent Ihrer Arbeitskapazität können Sie dem Fußverkehr widmen?
  • Wie kann der Fußverkehr besser in das Bewusstsein der Politik gerückt bzw. durchgesetzt werden?
  • Gibt es einen Fußverkehrsverantwortlichen, einen Beirat, Fußverkehrsbeauftragten o.Ä.?
  • Wie vermeidet man Konflikte mit dem Radverkehr?

2. Hinweise und Anregungen aus dem Aktivseminar

Teilnehmende pinnen ihre beschriebenen Kärtchen an die Moderationswand

Die Teilnehmenden haben vor der Diskussion in der großen Runde zunächst Zeit bekommen, erst einmal für sich in Ruhe die Wünsche und Erwartungen an ein bundesweites Netzwerk fußverkehrsfreundlicher Kommunen auf Moderationskarten zu schreiben, welche dann an einer Pinnwand zusammengetragen und thematisch geclustert worden sind. Dabei haben sich folgende fünf Themenbereiche herauskristallisiert:

  1. Erfahrungsaustausch
  2. Wissenstransfer und Argumentationshilfen
  3. Lobby
  4. Aufmerksamkeit / politisches Gewicht
  5. Netzwerk: Bund / Länder / Kommunen / Dt. Städtetag / Fußverkehrskongress

In der letzten Pause des Aktivseminars erhalten die Teilnehmenden je drei Klebepunkte zur Priorisierung der vorgebrachten Ideen, Vorschläge und Anmerkungen, was folgendes Ergebnis hervorbringt:

7 Punkte

  • Mobilitätskultur fördern

5 Punkte

  • Aktion wie „Stadtradeln“ oder „mit dem Rad zu Arbeit“ (entsprechend z.B. „Schritte zählen“)

4 Punkte

  • Wissenstransfer und Argumentationshilfen
  • Preis für Mobilitätskultur
  • Beispiele verschlagwortet
  • AG Umweltverbund mit Gliederungen Fuß-, Rad- und öffentlicher Verkehr
  • Zusammenarbeit, z.B. mit Deutschem Städtetag, FGSV
  • Aufmerksamkeit / politisches Gewicht

3 Punkte

  • Gute lokale Beispiele
  • Behindertenverbände, Gesundheit, Wirtschaft, Einzelhandel etc. einbinden
  • Lobby

2 Punkte

  • Argumentationshilfen
  • Argumentative Unterstützung für „verrückte“ Ideen = Experimentierklausel
  • Politisches Gewicht erhöhen
  • Verknüpfung mit dem Fußverkehrskongress

1 Punkt

  • E-Mail-Verteiler
  • Verbindung Öffentlicher Verkehr – Fußverkehr betonen
  • AGFS als Mitglieder mit einbinden
  • Einbindung, z.B. Deutschen Städtetag, deutsche Städte und Gemeinden, FGSV, Arbeitskreis Fußverkehr
  • Erfahrungsaustausch
  • Best-Practice-Beispiele aus einzelnen Kommunen im Netzwerk verteilen

 

Diskussionsrunde

Teilnehmende diskutieren über Themen der Fußverkehrsförderung

Im Seminar gibt es schließlich im Rahmen einer Diskussionsrunde konkrete Hinweise und in den Raum gestellte Grundsatzfragen bezüglich eines bundesweiten Netzwerks fußverkehrsfreundlicher Städte. Zunächst einmal sind sich die Teilnehmenden einig, dass das Zufußgehen eine bislang unterschätzte „Schlüsselmobilität“ sei, zumal Gehen auch das Knüpfen sozialer Kontakte fördere und es eine „neue“ Mobilitätskultur in Deutschland geben sollte. Die entscheidende Frage lautet aber: Welche Akteure sollten nun eigentlich Mitglied in einem bundesweiten Netzwerk für Fußverkehr werden bzw. braucht es neben den Kommunen noch weitere Akteure?

Der Hinweis eines Teilnehmenden besagt, dass in jedem Fall keine unnötigen Doppelstrukturen zu beispielsweise bereits bestehenden Arbeitsgemeinschaften Radverkehr (auf Landesebene) aufgebaut werden sollten, da dies möglicherweise eine nicht gewollte Konkurrenzbetrachtung unter den unterschiedlichen Verkehrsteilnehmern suggeriert. Daher wird vorschlagen, auch Arbeitsgemeinschaften Fahrradfreundliche Kommunen mit in das Netzwerk einzubeziehen. Vielmehr solle aber der Umweltverbund (Fuß, Rad, ÖPNV) im Ganzen berücksichtigt bleiben sollte, beispielsweise mittels einer AG Umweltverbund. Darüber hinaus sollte auch die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) angesprochen werden, wobei es in der Regel immer hilfreich sei, Forschungs- und Bildungseinrichtungen hinzuzuziehen. Weitere Ideen der Teilnehmenden sind die Einbindung des Deutschen Städtetags, die Hierarchierisierung einer AG Umweltverbund in mehrere Unterarbeitsgruppen sowie das Ansprechen weiterer Lobbyverbände aus den Bereichen Wirtschaft, Einzelhandel, Gesundheit als auch die der Behinderten und Senioren. Alles in allem sei der Fußverkehr eine Querschnittsaufgabe, zu der viele verschiedene Akteure einzubeziehen sind, was den Kreis der potenziellen Mitglieder eines Netzwerks Fußverkehr Deutschland um ein vielfaches erhöhe. Eine abschließende Beantwortung der Mitgliederfrage bleibt somit bis zum Ende des Seminars aus.

Bezüglich der Wünsche für ein Netzwerk äußerten die Teilnehmenden als Ideen beispielsweise

  • das Anlegen eines klassischen Mail-Verteilers, ggf. ergänzt um eine Koordinierungsstelle, um effektiver zwischen Fragendem und Wissendem vermitteln zu können,
  • die Organisation einer Diskussionsveranstaltung, bei der zwei gegensätzlich positionierte Podiumsredner/innen gegeneinander antreten,
  • die Durchführung von gemeinsamen Aktionen entsprechend des Stadtradelns bei der Radverkehrsförderung,
  • die Verleihung eines speziellen Preises „Mobilitätskultur“ an Kommunen,
  • einen stärkeren fachlichen und wissenschaftlichen Beistand in Form von Argumentationshilfen für die Kommunen,
  • die digitale Bereitstellung von Best-practice-Beispielen aus der Fußverkehrsförderung sowie
  • die stärkere Verschlagwortung der von FUSS e.V. auf dessen Website www.fuss-ev.de zur Verfügung gestellten fachlichen Themen im Bereich des Fußverkehrs sowie der bisher erschienenen Berichte aus der verbandseigenen Fachzeitschrift „mobilogisch!“.

Letztendlich sei das regelmäßige Zusammenkommen der Netzwerk-Mitglieder für eine face-to-face-Kommunikation sehr wichtig – und das nicht nur an einem einzigen festgesetzten Ort, sondern mit wechselnden Ausrichterstädten.

 

Unter diesem Motto veranstalteten wir von FUSS e.V. am 10. Oktober 2018 erstmals ein Aktivseminar zur Vernetzung fußverkehrsfreundlicher Kommunen in Deutschland. Ort des Geschehens war Berlin. Die ersten Eindrücke und Ergebnisse daraus stellen wir Ihnen hier vor.
Den ausführlichen Bericht mit allen Ergebnissen zum Nachlesen finden Sie zudem hier als Download (PDF).

Wozu ein Aktivseminar?

Die Teilnehmenden fragen sich vorgegebene Eigenschaften ab.
TeilnehmerInnen-Bingo zur Auflockerung

Den 27 Teilnehmenden aus mehr als 20 deutschen Kommunen, verschiedenen Institutionen und auch aus unseren Kreisen war bis zu Beginn des Aktivseminars nicht bewusst, wie „aktiv“ das Seminar wirklich werden würde.

Und wozu das Ganze? Damit sich kommunale Vertrerinnen und Vertreter aus ganz Deutschland, die den Fußverkehr in Ihrer Stadt voranbringen wollen, kennenlernen und fachlich austauschen können!

Moderiert wurde das Seminar von Dr. Viktoria Wesslowski, freiberufliche Beraterin und Moderatorin aus Hamburg. Sie leitete direkt ein mit einer Runde „TeilnehmerInnen-Bingo“, wofür es eine schnelle Auffassungsgabe, gute Menschenkenntnis, viel Bewegung und vor allem keine Kontaktscheuheit braucht – also genau das Richtige für ein Aktivseminar. Nach einer Viertelstunde gegenseitigen Abfragens vorgegebener Eigenschaften gab es zwar keinen Sieger, dafür aber eine aufgelockerte Runde.

Im Anschluss ordnete Patrick Riskowsky, Organisator des vom Umweltbundesministerium und Umweltbundesamt geförderten Projekts „Bausteine für Fußverkehrsstrategien“ und somit Nachfolger des von Bernd Herzog-Schlagk geleiteten Projekts „Handlungsleitfaden für Fußverkehrsstrategien“, das Aktivseminar in den Kontext der genannten Projekte ein und stellte diese in Kürze vor. Mehr Infos: www.fussverkehrsstrategie.de > Projekte.

Die Teilnehmenden haben das Wort - Kritik und Hinweise zum Handlungsleitfaden

Mit der Überleitung von den Fußverkehrsstrategie-Projekten zum in diesem Sommer veröffentlichten Handlungsleitfaden „Schritte zur Einführung einer kommunalen Fußverkehrsstrategie“, welcher als Produkt aus der ersten Projektperiode (2016-18) hervorging, wurde das Wort an die Teilnehmenden übergeben. Hierzu wollten wir wissen, welche Themen im Handlungsleitfaden zu kurz gekommen sind und welche „Hilfestellung“ Kommunen hinsichtlich der Förderung des Fußverkehrs am dringendsten brauchen.

Zunächst einmal wurde der Handlungsleitfaden von vielen Teilnehmenden gelobt und dem FUSS e.V. für das umfassende Produkt gedankt. Es wurden darin aus Sicht der Teilnehmenden nur sehr wenige Themen nicht ausreichend oder gar nicht behandelt, darunter beispielsweise der Umgang mit den bei Einstieg in die Fußverkehrsförderung erzeugten Erwartungen, die Berücksichtigung neu hinzukommender Nutzungen und Nutzergruppen sowie eine Differenzierung zwischen Bestands- und Neubaugebieten.

Als Vorschläge, was Kommunen am dringendsten als fachliche Unterstützung benötigen, wurden u.a. genannt:

  • ein Musterantrag (im Gemeinderat) für eine kommunale Fußverkehrsstrategie,
  • Argumentationshilfen zur Sensibilisierung der Verwaltung und Zivilgesellschaft,
  • eine digitale Verschlagwortung und Bebilderung von Best-practice-Beispielen,
  • die regelmäßige Vergabe eines Preises, einer Urkunde oder eines Index' für die fußgänger- bzw. klimafreundlichste Maßnahme an eine Kommune sowie
  • eine kurze Zusammenfassung des Handlungsleitfadens für „Entscheider“.

Wünsch dir, was geht

Die Teilnehmenden diskutieren in Kleingruppen zu selbst gewählten Themen.
Diskussion in Kleingruppen über Themen der Fußverkehrsförderung

Im Vorfeld wurden unsere Teilnehmenden per Mail um ihre Wunschthemen im Bereich des Fußverkehrs gebeten und diese im Seminar für die Bearbeitung in Kleingruppen zur Wahl gestellt.

Gewählt wurden folgende vier Themen:

  1. Fußverkehrskonzepte: Was sollen diese leisten können und wie detailliert sollten sie sein?
  2. Konfliktpunkte im Straßenraum: Mischverkehr vs. Verkehrstrennung – was tun bei engen Straßenräumen?
  3. Fußverkehr nach außen tragen: Bewusstseinsbildung und Öffentlichkeitsarbeit für die Fußverkehrsförderung
  4. Einstieg in die Fußverkehrsförderung: Wie gelingt dieser am besten und wie lassen sich Probleme vermeiden?

Dazu erarbeitete jede Gruppe mit Hilfe von drei Leitfragen zu ihrem jeweiligen Thema ein Flipchart-Plakat, auf denen die Diskussionsergebnisse festgehalten und anschließend im Plenum vorgestellt wurden. Danach ging es in die große Pause, die den Teilnehmenden Zeit zum Kontakte knüpfen und Erfahrungen austauschen bot.

Wünsche und Erwartungen an ein bundesweites Netzwerk

Mit Beginn des nächsten Themenblocks verlas Stefan Lieb das Statement des FUSS e.V. mit der zentralen Frage: Warum halten wir ein Netzwerk fußverkehrsfreundlicher Kommunen für nötig? Wir finden: Weil es absolut nötig ist!
Lesen Sie mehr bei: Wünschen und Vorstellungen des FUSS e.V.

Anschließend durften die Teilnehmenden selbst zum Stift greifen und ihre Wünsche bzw. Erwartungen für ein Netzwerk auf Moderationskarten schreiben. Darüber hinaus hat FUSS e.V. vorab eine Umfrage bei allen deutschen Kommunen mit mehr als 20.000 Einwohnern per Fragebogen durchgeführt, von denen sich deutschlandweit insgesamt 92 Vertreterinnen und Vertreter aus 87 Kommunen beteiligten.
Die Ergebnisse hierzu lesen Sie bei: Wünschen und Erwartungen von Kommunen

Des Weiteren stellte Dieter Schwab von walk-space.at mit seinem Input-Vortrag die Erfahrungen mit der Fußverkehrsförderung und Netzwerken aus Österreich vor, worin er betonte, wie wichtig die Förderung des Fußverkehrs sei, zumal es viele Themenbereiche wie Umwelt- und Klimaschutz, Gesund, Soziales und Kultur berührt. In Österreich gibt es beispielsweise eine einmal jährlich stattfindende Vernetzungsveranstaltung mit der Walk-space Konferenz sowie weiteren Veranstaltungen und Aktionen des österreichischen Fußgängerverbandes. Ergänzend zu den Eindrücken aus Österreich übermittelte Dieter Schwab den Bericht von Thomas Schweizer (Fussverkehr Schweiz) über Netzwerke im Nachbarland Schweiz, wo es zwar kein offizielles entsprechendes Netzwerk gibt (noch in der Planung), aber jährlich schon Fachtagungen angeboten werden, was im Grunde ein informelles kommunales Netzwerk aus ca. 50 Städten und Gemeinden darstelle.

Fazit und Ausblick: Ein guter Anfang

FUSS e.V. präsentiert das potenzielle Netzwerk fußverkehrsfreundlicher Kommunen.
FUSS e.V. präsentiert das potenzielle Netzwerk fußverkehrsfreundlicher Kommunen (v. l. n. r. Patrick Riskowsky, Dr. Viktoria Wesslowski, Stefan Lieb)

Alles in allem gab es zwar keinen bewegenden Aufschrei wie „Wir wollen das Netzwerk gründen, hier und jetzt!“, dennoch arbeitete eine erste kleine Runde von Teilnehmenden aus an der Fußverkehrsförderung interessierten Kommunen munter am Seminar mit und brachten wichtige Hinweise und Gedankenanstöße hervor, die letztendlich einen guten Anfang in Richtung eines Netzwerks bilden. Diesen positiven Eindruck vom Seminar vermittelten die Teilnehmenden auch mit durchschnittlich sehr guten Noten in der Evaluation, wobei die Punkte „Atmosphäre“ und „Qualität der Diskussionen“ am besten bewertet wurden.

Wie soll es weitergehen?

Nach den zahlreichen Anregungen aus dem Aktivseminar soll nun die Umsetzbarkeit der Vorschläge im Hinblick einer Netzwerkgründung geprüft werden. Derzeit könnte FUSS e.V. lediglich koordinierend tätig werden und fachlichen Input geben. Auf jeden Fall bleiben wir aber mit den interessierten Kommunen in Kontakt, halten sie weiter auf dem Laufenden und hoffen, dass es noch mehr werden.

Interesse geweckt?

Sie haben auch Interesse an einem Netzwerk fußverkehrsfreundlicher Kommunen und wollen dazu auf dem Laufenden gehalten werden? Dann nehmen Sie Kontakt zu uns auf!