Handlungsleitfaden
Neuwerk (Gestaltungs- und Öffentlichkeitsarbeit)

An dieser Stelle möchten wir Sie informieren über die durchgeführte Evaluation des Handlungsleitfadens "Schritte zur Einführung einer kommunalen Fußverkehrsstrategie". Hierzu finden Sie die Ergebnisse

Einen Kurzbericht finden Sie auch in unserer Fachzeitschriftt "mobilogisch!", Ausgabe 3/19.

 

 

 

 

 

Umfrage bei den Kommunen mittels Fragebogen

Im Juli 2018 wurde der Handlungsleitfaden an alle Kommunen mit mehr als 20.000 Einwohner*innen verschickt und eben jene Kommunen haben wir Anfang 2019 mittels Fragebogen um ein Feedback gebeten. An der Umfrage beteiligten sich insgesamt 101 Verwaltungsmitarbeiter*innen aus 98 deutschen Kommunen, darunter auch die Stadtstaaten Berlin und Bremen. Bei den Flächenbundesländern erhielten wir die meisten Rückmeldungen aus Nordrhein-Westfalen (30), Baden-Württemberg (12) und Bayern (10), wobei etwa die Hälfte aller Feedbacks aus kleineren Mittelstädten bis 50.000 Einwohnenden kamen. Mehr als zwei der Drittel der rückgesandten Fragebögen wurden von Mitarbeiter*innen der Fachbereiche für Stadt-/Verkehrsplanung, Stadt-/Verkehrsentwicklung, Bauen/Tiefbau, Umwelt, Klimaschutz oder ähnlichen Ämtern ausgefüllt, dreißig weitere von Personen mit einer leitenden Position (Abteilungsleiter*in oder Derzernent*in). Die Frauenqoute bei den Rückmeldungen liegt bei rund einem Drittel.

Frage 1: Kannten Sie das Projekt „Handlungsleitfaden für Fußverkehrsstrategien“ des Fachverbands Fußverkehr Deutschland FUSS e.V. bereits vor Erhalt der Broschüre?

Die Befragung ergab einen Bekanntheitsgrad des Projekts „Handlungsleitfaden für Fußverkehrsstrategien“ bei den Verwaltungsmitarbeiter*innen vor Erhalt der Broschüre von etwa einem Drittel.

Frage 2: Wie relevant schätzen Sie das Thema „Kommunale Fußverkehrsstrategie“ für Ihre Kommune ein?

Fast zwei Drittel schätzten das Thema „Kommunale Fußverkehrsstrategie“ als relevant ein, weitere 23 sogar als äußerst relevant. Lediglich ein Prozent stellt die Sinnhaftigkeit in Frage. Das verdeutlicht, dass der Fußverkehr in der Planung von immer mehr Kommunen Berücksichtigung findet und teils als sehr wichtig erachtet wird.

Frage 3: Arbeiten Sie bereits an einer kommunalen Fußverkehrsstrategie?

Immerhin 29 Verwaltungsmitarbeiter*innen konnten diese Frage mit Ja beantworten. 13 von ihnen starteten mit einer kommunale Fußverkehrsstrategie sogar schon vor Erhalt des Handlungsleitfadens, fünf weitere begannen nach Erhalt der Broschüre und 15 sind gerade in der Planungsphase. Zwar hat sich der Großteil der Mitarbeiter*innen in den Städten (56 Prozent) noch nicht mit der Thematik beschäftigt, für knapp 52 Prozent klingt dies aber interessant. Vier Kommunen haben zu unserem Bedauern kein Interesse an der Entwicklung einer Fußverkehrsstrategie.

Frage 4: Wie beurteilen Sie die Broschüre hinsichtlich des Inhalts, der Gestaltung, des Aufbaus, der Verständlichkeit und der Orientierung an der Zielgruppe (kommunale Verwaltung)?

Die Benotung der Broschüre fällt mit gut (Notenschnitt von 1,9 bis 2,1) im Durchschnitt relativ positiv aus:

Frage 5: Wie beurteilen Sie die Themenvielfalt des Handlungsleitfadens?

Auch die Themenvielfalt wird von etwa 84 Prozent der Befragten als genau richtig ausgewiesen.

Frage 6: Welche Themen haben Ihrer Meinung nach gefehlt oder wurden nur unzureichend behandelt? Haben Sie noch Anmerkungen oder Verbesserungsvorschläge zum Inhalt oder der Gestaltung der Broschüre?

Im gleichen Zuge werden auch Verbesserungsvorschläge genannt. Dazu gehört eine genauere Erläuterung des Weges von der Fußverkehrsstrategie zum Fußverkehrskonzept und wie in übergeordneten Planungsebenen (z.B. VEP) der Fußverkehr eingebunden werden kann. Durch das Erarbeiten von Qualitätsstandards könnte mit wenig Aufwand die Nutzbarkeit von Fußverkehrsinfrastruktur analysiert werden. Auch das tiefer gehende Thematisieren der Barrierefreiheit wird gefordert. Mehrfach gewünscht wird eine Kürzung des Leitfadens bzw. ein separater Absatz mit Fokus auf konkrete Handlungs- und Planungsvorschläge.

Dazu gehören Datenblätter mit den wichtigsten Daten aus den Richtlinien sowie gesetzliche Grundlagen zur Einführung von Verkehrsberuhigten Bereichen.

Insgesamt sind die am häufigsten genannten Themenbereiche:

Bezüglich des Layouts wird sich eine übersichtlichere Darstellung gewünscht mit weniger Fließtext.

Frage 7: Was ist Ihre Meinung zur Herausgabe des Handlungsleitfadens?

Die Publikation der Handlungsempfehlung sieht die Mehrheit als längst überfällig (43 Prozent), gefolgt von genau richtig (34 Prozent). 5 Prozent erachtet die Broschüre als unnötig, da der Umsetzungswille in der Politik fehlt und es Bestandteil der kommunalen Verkehrsplanung sein sollte. 14 Prozent äußerten sich zu der Frage nicht.

Wir danken allen Kommunen, die an der Befragung teilgenommen haben.

 

Befragung der Teilnehmenden des Aktivseminars "Gemeinsam läuft es besser!"

Im Oktober 2018 hat FUSS e.V. ein Aktivseminar zur Vernetzung fußverkehrsfreundlicher Kommunen veranstaltet, an dem sich 27 Teilnehmende aus mehr als 20 deutschen Kommunen beteiligten. Diese Gelegenheit haben wir genutzt, um die Teilnehmenden dazu zu befragen, welche Themen im Handlungsleitfaden zu kurz gekommen sind und welche „Hilfestellung“ Kommunen hinsichtlich der Förderung des Fußverkehrs am dringendsten brauchen.

Zunächst einmal wurde der Handlungsleitfaden von vielen Teilnehmenden gelobt und dem FUSS e.V. für das umfassende Produkt gedankt. Es wurden darin aus Sicht der Teilnehmenden nur sehr wenige Themen nicht ausreichend oder gar nicht behandelt, darunter beispielsweise der Umgang mit den bei Einstieg in die Fußverkehrsförderung erzeugten Erwartungen, die Berücksichtigung neu hinzukommender Nutzungen und Nutzergruppen sowie eine Differenzierung zwischen Bestands- und Neubaugebieten.

Als Vorschläge, was Kommunen am dringendsten als fachliche Unterstützung benötigen, wurden u.a. genannt:

Wir danken den Anwesenden des Seminars für die zahlreichen Hinweise.

 

Der Handlungsleitfaden in der Anwendungspraxis von FUSS e.V.

Seit April 2018 wird der Handlungsleitfaden auch schon in der Praxis angewendet, zumindest in unseren sieben neuen Modellstädten Coesfeld, Erlangen, Frankfurt (Oder), Göttingen, Halle (Saale), Mainz und Neustrelitz im Rahmen des Projekts Bausteine für Fußverkehrsstrategien. Dass die Broschüre thematisch noch nicht vollumfänglich ist, stellt das Projektteam immer wieder fest – aber das ist auch kein Wunder: jede Stadt ist individuell und muss dementsprechend mit ihren Eigenheiten betrachtet werden. Der Handlungsleitfaden beweist sich dennoch als guter, sehr themenreicher Ratgeber für die ersten und wichtigsten Schritte zur Entwicklung kommunaler Fußverkehrsstrategien.

 

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