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Wir freuen uns, dass Erfurt als Modellstadt für das Projekt "Gut gehen lassen - Bündnis für attraktiven Fußverkehr" ausgewählt wurde. An dieser Stelle bieten wir Ihnen Informationen zur Stadt:

zu den Projektaktivitäten:

sowie die Protokolle und Berichte als Download (PDF):

 

Bei Fragen oder Hinweisen nehmen Sie gerne Kontakt zum Projektteam auf.

Wenn Sie sich vor Ort in Erfurt für den Fußverkehr engagieren möchten oder Unterstützung in Fußverkehrsfragen suchen, wenden Sie sich auch gerne an unsere Ortsgruppe:

FUSS e.V. - Gruppe Erfurt
Cornelia Ehrke
Paulstraße 1
99084 Erfurt
Fon: 0361 – 6585 1802
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 


 

Kurzvorstellung der Stadt

Stadtansicht Erfurt
Stadtansicht Erfurt, Ausblick vom Rathausturm (Foto: Stadt Erfurt ©)

Erfurt, so lobt Martin Luther die Stadt, liege am besten Ort, da wo eine Stadt stehen muss. Sie liegt mit rund 214.000 Einwohnenden relativ im Zentrum Deutschlands, im weiten Tal des Flusses Gera am Südrand des Thüringer Beckens. Die Landeshauptstadt ist gleichzeitig auch die größte Stadt des Bundeslandes Thüringen. Erfurt wurde erstmals im Jahre 742 n. Chr. urkundlich erwähnt und hat sich seitdem zu einer verwaltungs- und dienstleistungsorientierten Stadt entwickelt.[1] Außerdem ist die Stadt Standort für die Maschinen- und Anlagenbranche sowie der Mikroelektronik. Bekannte Wahrzeichen sind die Severikirche und der Dom, die Krämerbrücke sowie der sehr gut erhaltene mittelalterliche Stadtkern. Mit dem Hauptbahnhof inklusive ICE-Anbindung ist Erfurt ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt für den Personenverkehr.[2]

Innerhalb von Erfurt sind die Menschen zwar vor allem mit dem Auto unterwegs (40 Prozent Wegeanteil), aber ein erfreulich hoher Anteil der Erfurterinnen und Erfurter geht auch zu Fuß (30 Prozent Wegeanteil). 18 Prozent aller Wege werden mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zurückgelegt, 13 Prozent mit dem Fahrrad.[3]

 

Fußverkehr in den konzeptionellen Planungen der Stadt

Um die Lebensqualität in der Stadt zu erhöhen und das Verkehrsgeschehen effizienter zu gestalten, hat die Stadt Erfurt mehrere unterschiedliche Konzepte zur Regelung des Verkehrs aufgestellt. So soll mit der Maßnahme „Umweltorientiertes Verkehrsmanagement“ die Luftqualität in der Stadt verbessert werden. 2012 wurde das Teilkonzept „Innenstadt“ des Verkehrsentwicklungsplans einstimmig durch den Stadtrat beschlossen. Dieser beinhaltet die Verkehrsberuhigung der Innenstadt zur Erhöhung der Aufenthaltsqualitäten in den Quartieren. Der Kernidee „Begegnungszone Innenstadt“ des Verkehrskonzepts soll damit eine Grundlage geschaffen werden. Mit dem Konzept soll vor allem der Fußverkehr den Vorrang in der Innenstadt erhalten, ohne dass der MIV komplett aus der Innenstadt verbannt wird. Dies soll beispielsweise mit der Vermeidung des Parksuchverkehrs, Reduzierung von Parkraumangebots sowie Einrichtung eines einheitlichen Zeitfensters für den Lieferverkehr geschehen. Ein weiteres Konzept zugunsten des Fußverkehrs ist die Anstrengung der Stadt, die Barrierefreiheit zu erhöhen. So sollen und werden Haltestellen fußgängerfreundlich umgestaltet.[1]

Auch der Integrierte Stadtentwickungsplan ISEK Erfurt 2030 enthält Zielaussagen zum Fußverkehr. So soll etwa „der Vorrang für Fußgänger in der Innenstadt weiter ausgebaut werden“. Mithin sei die „Verkehrsplanung maßgeblich an strategischen Erfordernissen für den Klimaschutz auszurichten“. „Verkehrsbedingte Umweltbelastungen in beeinträchtigten Wohngebieten weiter zu reduzieren“ ist ebenso eine strategische Kernaussage des ISEK, wie auch „die selbstbestimmte Mobilität für alle Nutzergruppen zu ermöglichen“ sei.[4]

 


 

Projektablauf

Am 18. Oktober 2021 fand der Projektauftakt mit der Stadtverwaltung in Erfurt statt. Es gab eine etwa 1,5-stündige, von FUSS e.V. angeleitete Begehung durch den Stadtteil Johannesplatz mit neun Personen aus der Erfurter Stadtverwaltung, darunter Herr Dr. Knoblich (Beigeordneter Dezernat Kultur und Stadtentwicklung) und Ortsteilbürgermeister Herr Bednarsky. Das Protokoll zu diesem Termin stellen wir in Kürze an dieser Stelle bereit.

Ab Frühjahr 2022 wird es weitere Veranstaltungen geben wie einen Workshop, eine öffentlichkeitswirksame Aktion, eine Begehung mit der Kommunalpolitik - ein sogenanntes "Parteiengespräch auf dem Gehweg" - sowie ein von zwei Mitarbeitern des FUSS e.V. durchgeführten Fach-Fußverkehrs-Check im Stadtteil Johannesplatz, welches als Untersuchungsgebiet ausgewählt wurde. Aus den Erkenntnissen dieser Termine erarbeitet FUSS e.V. anschließend ein Maßnahmenprogramm für dieses Untersuchungsgebiet. Die Ergebnisse sollen voraussichtlich im Frühjahr 2023 präsentiert und diskutiert werden.

Darüber hinaus sucht FUSS e.V. in jeder der fünf Modellstädte des Projekts freiwillige Bürgerinnen und Bürger, die sich vorstellen können, "Quartiersgeher:innen" zu sein. Sie sollen als Bindeglied zwischen Zivilgesellschaft und Stadtverwaltung sowie Kommunalpolitik fungieren und Vorschläge für Verbesserungen des Fußverkehrs in ihrem näheren Umfeld an die zuständige Stelle weitergeben können. Dazu sollen die "Quartiersgeher:innen" ab Frühjahr 2022 von FUSS e.V. eine Schulung zur Durchführung eines Fußverkehrs-Checks sowie fachliches Info-Material erhalten und bestenfalls an der Erprobung einer neuen App für Fußverkehrs-Checks teilnehmen. Wenn Sie sich daran beteiligen möchten, nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf.

 

Pressemitteilungen

Weitere Pressemitteilungen zum Projekt sowie erschienene Presse-Artikel finden Sie unter dem Menüpunkt Presse und Medien-Echo.

 


Quellen

  1. Webseite der Stadt Erfurt, abgerufen am 27.08.2021
  2. Webseite der Erfurt Tourismus und Marketing GmbH, abgerufen am 27.08.2021
  3. Stadtverwaltung Erfurt, Mitteilung vom 18.06.2021
  4. ISEK Erfurt 2030, Integriertes Stadtentwicklungskonzept Teil 1, S. 139