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Den Fußverkehr in der gesamten Stadt sicher und attraktiv zu machen sowie über den Zustand der Infrastruktur informiert zu sein und diese flächendeckend instand zu halten, stellt für Stadtverwaltungen eine Herausforderung dar. Umso besser ist es, wenn Stadtverwaltungen Unterstützung aus der Bevölkerung erhalten. Im Rahmen des Projekts „Gut gehen lassen“ möchte FUSS e.V. daher Engagierte dazu anleiten, einen Fußverkehrs-Check in ihrem Quartier selbstständig durchzuführen und Missstände sowie Verbesserungsvorschläge fachlich korrekt vorzutragen.

 

Hier erfahren Sie mehr:

 


 

Wie werde ich Quartiersgeher:in?

Eine Gruppe führt einen Fußverkehrs-Check durch (Foto: Bertram Weisshaar, FUSS e.V.)

Quartiersgeher:innen können grundsätzliche alle werden, die Interesse am Thema haben, und zur Verbesserung der Bedingungen für den Fußverkehr beitragen möchten. FUSS e.V. bietet diese Möglichkeit erstmals im Rahmen des Projekts „Gut gehen lassen – Bündnis für den attraktiven Fußverkehr“ an. Das Projekt läuft in den fünf Modellstädten Braunschweig, Erfurt, Flensburg, Meißen und Wiesbaden im Zeitraum 2021-2023. Vorerst können Sie daher nur in diesen Kommunen Quartiersgeher:in werden. In diesen Städten werden Ihre Hinweise von den Verwaltungen gerne entgegengenommen.

Nehmen Sie bei Interesse bitte Kontakt mit unserem Projektteam auf!

 

Was kann ich als Quartiersgeher:in tun?

Als Quartiersgeher:in erfassen Sie den Zustand des Fußverkehrsnetzes in Ihrem alltäglichen Umfeld – dort, wo Sie häufig zu Fuß unterwegs sind. Sie erfassen Problemstellen, aber auch Qualitäten in der Fußverkehrsinfrastruktur (Straßen, Wege, Plätze, Querungsstellen). Mithilfe der Schulung und den bereitgestellten Materialien werden Sie bestens darauf vorbereitet, Fußverkehrs-Checks durchzuführen und Hinweise wie Verbesserungsvorschläge überzeugend gegenüber Behörden und Politik vorzutragen.

 

Was ist ein Fußverkehrs-Check?

Teilnehmende tragen ihre Hinweise in eine Vorlage ein (Foto: Bertram Weisshaar, FUSS e.V.)

Fußverkehrs-Checks (oder auch -Audits) spielen eine zentrale Rolle bei der Verbesserung des Fußverkehrs. Sie dienen der Bestandsaufnahme der Gegebenheiten, bieten ein Forum für praxisnahe Vor-Ort-Diskussionen und führen mindestens zu punktuellen konkreten Verbesserungsvorschlägen bis hin zu Ansätzen einer systematischen Förderung des Zufußgehens in der Stadt. Es gibt verschiedene Formate von Fußverkehrs-Checks, sie können allein, zu zweit oder als Gruppe durchführt werden. Ein Fußverkehrs-Check kann zunächst auch für ein bestimmtes Thema durchgeführt werden, wie z.B. Sicherheit oder Barrierefreiheit.

Mehr zu Fußverkehrs-Checks gibt es in der unten gelisteten Broschüre zum Herunterladen und auf https://www.fussverkehrs-check.de/.

 

Wann und wo kann ich als Quartiersgeher:in aktiv werden?

Ab Mai 2022 führt FUSS e.V. im Rahmen einer Schulung ein Online-Seminar und je eine Begehung mit den Quartiersgeher:innen in den fünf Modellstädten Braunschweig, Erfurt, Flensburg, Meißen und Wiesbaden durch. Das Projekt läuft noch bis April 2023. Bei Interesse schreiben Sie uns eine Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! mit Ihrem Namen und der Stadt, in der Sie teilnehmen wollen.

 

Was ist die GehCheck-App und wie kann ich sie nutzen?

App-Karte
Alle Einträge in der GehCheck-App erscheinen auf einer Karte

Fußverkehrs-Checks können seit Neuestem auch mit unserer GehCheck-App durchgeführt werden, die Nutzung der App ist aber für die Teilnahme als Quartiersgeher:in nicht unbedingt erforderlich. Die App wurde in unserem Auftrag entwickelt, um es Leuten im Alltag zu ermöglichen, leichter Feedback über schlechte und gute Stellen in der Fußverkehrsinfrastruktur zu geben. Die App ist aber genauso gut für gezielte Fußverkehrs-Checks geeignet.

Interessiert? Dann laden Sie sich die GehCheck-App ganz einfach im Appstore (Apple) oder im Playstore (Android) herunter und gehen Sie los! Alle Einträge, die Sie in die App einpfegen, können Sie hier auf einer Karte einsehen, filtern und exportieren, um Ihre Hinweise beispielsweise an die Stadtverwaltung oder Stadtpolitik weiterzugeben.

 

Wie kann ich FUSS e.V. weiter unterstützen?

Wir freuen uns, wenn Sie gefallen daran gefunden haben, sich für bessere Bedinungen für Zufußgehende einzusetzen. Unterstützen Sie uns mit Ihrem Engagement, die Städte in Deutschland fußgängerfreundlich zu machen. Mehr dazu unter dem Menüpunkt für Gehende.
FUSS e.V. ist ein gemeinnütziger Verein. Wir setzen uns für sicheres und attraktives Zufußgehen in Deutschland ein. Dafür braucht es engagierte Menschen und Geld. Wir freuen uns immer über neue Mitglieder und wären für eine Spende dankbar. Mehr unter www.fuss-ev.de > WIR > Mitgliedschaft Satzung bzw. > Spenden.

Wie kann ich mein Wissen testen?

Wir haben ein Quiz vorbereitet, damit Sie Ihr Wissen zum Thema Fußverkehr auf die Probe stellen können. Die Schwierigkeit der Fragen reicht von "Ist doch logisch!" bis "Woher soll man das wissen?".

Zur Benutzung: Klicken Sie in der Datei "Quiz" die Antworten an, die Sie für richtig halten. Mitunter ist nicht nur eine Antwort je Frage richtig. Nachdem Sie fertig sind, können Sie Ihre Antworten in der Datei "Lösungen" überprüfen und zusammenzählen, wie viele Fragen Sie richtig beantwortet haben. Viel Erfolg!

 

Nachfolgend haben wir Ihnen eine Reihe an Info-Materialien zusammengestellt, die Sie als Quartiersgeher:in gut gebrauchen können:

1. Wegweiser durch den FUSS-Dschungel

Der Wegweiser beantwortet sämtliche Fragen zum Thema Fußverkehr, die man haben könnte. Er dient vor allem gut als Nachschlagewerk und beinhaltet weiterführende Links, falls man sich in das ein oder andere Thema verteifen möchte. Vertiefende Literatur finden Sie ebenso auf unserer Webseite und bei den kostenlosen Downloads.

 

2. Info-Broschüre zu Fußverkehrs-Checks (siehe: Was ist ein Fußverkehrs-Check?)

Hier steht alles drin, was es zu Fußverkehrs-Checks zu wissen gibt. Dazu gehört, was die Checks ausmacht, wie sie durchgeführt werden können, welchen Hintergrund sie haben und vieles mehr. Haben Sie Interesse, einen Check durchzuführen? Dann sollten Sie in der Broschüre gelesen haben, um auch einen Überblick über die verschiedenen Methoden zu bekommen.

Diese Kurzfassung der obenstehenden Broschüre ist eine handlichere Version ebenjener, und soll bei der Vorbereitung auf den Fußverkehrs-Check helfen.

 

3. Themenlisten (Was kann ich mir bei einem Fußverkehrs-Check anschauen?)

Diese Liste mit drei übergreifenden Themen enthält viele Betrachtungspunkte, nach denen man während eines Fußverkehrs-Checks Ausschau halten kann.

Hier sind noch einmal Fragen aufgelistet, die sich ausschließlich auf die Verkehrssicherheit beziehen. Besonders nützlich ist die Liste auch, weil die Fragen nach verschiedenen Verkehrsstellen gelistet sind.

 

4. Bögen zur Durchführung eines Fußverkehrs-Checks (Wie notiere ich meine Ergebnisse?)

Dieser Bogen kann ausgedruckt und zum Check mitgenommen werden. Hier werden Abschnitte im Gesamten als positiv oder negativ bewertet. Wichtig ist auch jeweils eine kurze Begründung.

Diese Checklisten können ebenfalls ausgedruckt und mitgenommen werden, falls eins der Themen zutrifft. Da sie in der Gestaltung und zum Ausfüllen recht einfach sind, können sie auch sehr gut von lese- und schreibfähigen Kindern ausgefüllt werden.

5. Videos von unserer FUSSverkehrs-Akademie

Einmal im Monat referieren online Expert:innen und Fachleute zu bestimmten Fußverkehrsthemen. Mehr Informationen gibt es auf unserer Webseite. Die Aufnahmen der vergangenen Folgen finden Sie auf unserem Youtube-Kanal. Wir möchten insbesodere auf die vierte Folge hinweisen: Es referierte Patrick Riskowsky zum Thema Fußverkehrs-Checks.

 

 

Logo Kommunaler Fußverkehrspreis Deutschland 2022

Einige Kommunen stoßen zukunftsweisende und mitunter kreative Projekte und Maßnahmen zur Förderung der Fußverkehrs an. Solche Musterbeispiele für die natürlichste Form der Mobilität zu finden, zu würdigen und publik zu machen ist Ziel des Kommunalen Fußverkehrspreises Deutschland. Der Preis wird von FUSS e.V. erstmalig im Jahr 2022 ausgelobt und durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz und das Umweltbundesamt gefördert. Der Wettbewerb richtet sich an alle Kommunen in Deutschland.

Die Auslobung können Sie auch als PDF-Datei herunterladen.

 

Wir suchen...

… bereits umgesetzte oder sich aktuell in der Realisierung befindende, innovative wie auch möglichst kosteneffiziente bauliche Maßnahmen zur Verbesserung des Fußverkehrs in Städten und Gemeinden, die zur Nachahmung weiterempfohlen werden können. Dabei kann es sich beispielsweise um ein Maßnahmenpaket in einem Quartier, um Umbau- und Gestaltungsmaßnahmen in mehreren Straßen und auf Plätzen oder auch um fußverkehrsfreundliche Neubau- bzw. Umstrukturierungsgebiete handeln.

Abgabebedingungen und Einsendeschluss

  • Bei dem einzureichenden Beitrag muss es sich um mehr als eine einzelne, punktuelle Maßnahme handeln.
  • Gesucht sind Maßnahmenpakete, die der Verbesserung und Förderung des Fußverkehrs dienen, möglichst mit Einfluss auf die Fußverkehrssituation im gesamten Quartier oder gar stadtweit
  • Ein (Fußverkehrs-)Plan, Konzept oder eine Strategie sowie die Schaffung fußverkehrsfördernder Verwaltungsstrukturen können den Maßnahmen zugrunde liegen, Teil dessen sein oder diese begleiten. Diese dürfen jedoch nicht ohne bereits umgesetzte oder sich in der Realisierung befindende Maßnahmen eingereicht werden.
  • Sollten Maßnahmen im Rahmen von Projekten umgesetzt worden sein, so kann sich jede Kommune maximal mit drei Projekten gleichzeitig bewerben.

Welchen Beitrag leisten Ihre Maßnahmenpakete zur Fußverkehrsförderung? Zeigen Sie es uns!

Die Bewerbungen für den Fußverkehrspreis sind einzureichen per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bis zum 1. Juli 2022.

Teilnahmeberechtigt sind alle Kreis-, Stadt- und Gemeindeverwaltungen in Deutschland sowie die Senats- und Bezirksverwaltungen der Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg.

Einzureichen sind...

  1. das ausgefüllte Bewerbungsformular,
  2. eine Beschreibung der Maßnahmen auf maximal 5 Din-A4-Seiten als PDF-Datei sowie
  3. eine PowerPoint-Präsentation mit Abbildungen, Fotos und kurzen Beschreibungen sowie, soweit möglich, mit der Darstellung der Vorher-Nachher-Situation auf maximal 10 Folien.

Bitte verwenden Sie das Formular und die Vorlagen, die Sie sich hier als gepackte Dateien im zip-Format herunterladen können.

Was gibt es zu gewinnen?

Die Kommune mit dem Siegerbeitrag wird bei der ersten kommunalen Tagung des FUSS e.V. im Herbst 2022 gekürt und darf Ausrichtungsort für die nächste Tagung im Frühjahr 2024 sein. Diese Veranstaltung dient dem Networking und Austausch der Kommunen zum Thema Fußverkehr bundesweit und der Gründung des Bündnisses fußverkehrsfreundlicher Kommunen Deutschland. FUSS e.V. sorgt für mediale Aufmerksamkeit und bundesweite positive Öffentlichkeitsarbeit für die Siegerkommune wie für den Wettbewerb um den Kommunalen Fußverkehrspreis 2024. Zudem erhält die Siegerkommune bei FUSS e.V. eine einjährige, kostenfreie Mitgliedschaft. Darüber hinaus werden alle eingereichten Beiträge, die die Wettbewerbsbedingungen erfüllen, als Best Practice Beispiele in einer Broschüre sowie auf der Webseite von FUSS e.V. veröffentlicht.
Die Jury kann ggf. zusätzlich einen Sonderpreis als Anerkennung vergeben.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 


Die Jury

  • Dipl.-Geogr. Uta Bauer (Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH (difu))
  • M.A. Marcus Bramow (Deutsche Hochschule der Polizei (DHPol))
  • Dr. Evelyn Hagenah (FUSS e.V. Berlin, ehem. Abteilungsleiterin beim Umweltbundesamt)
  • Dipl.-Soz. Ruth Hammerbacher (hammerbacher beratung&projekte, FUSS e.V. Vorstand)
  • M.Sc. Jörg Kwauka (Deutsche Bahn AG, Masterarbeit „Perpedes Index“ (FH Erfurt))
  • M.Sc. Anne Müller (Kinderfreundliche Kommunen e.V.)
  • Dr.-Ing. Cordelia Polinna (Urban Catalyst, DASL, SRL)
  • Dipl.-Ing. Katalin Saary (Mobilitätslösung, SRL Vorstand, FUSS e.V. Vorstand)
  • Prof. Dr. Oliver Schwedes (TU Berlin, Fachgebiet Integrierte Verkehrsplanung)
  • M.A. Manuela Weber (Umweltbundesamt, FG Nachhaltige Mobilität in Stadt und Land)
  • Dipl.-Ing. Peter Woltersdorf (Allgem. Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin (ABSV))

Vorprüfung: M.Sc. Patrick Riskowsky (Projektleiter in der Bundesgeschäftsstelle von FUSS e.V.)

 

Unter dem Titel „Gut gehen lassen – Bündnis für attraktiven Fußverkehr“ startet am 1. Mai 2021 das bereits dritte Projekt zu kommunalen Fußverkehrsstrategien. Inhaltlich wird es an die Projekte „Bausteine für Fußverkehrsstrategien“ (2018 - 2020) und „Handlungsleitfaden für Fußverkehrsstrategien“ (2016 - 2018) anschließen, diese aber mit Erprobung neuer Methoden und Module weiterführen.

An dieser Stelle erhalten Sie Informationen zu folgenden Inhalten des Projekts:

Bei Fragen und Hinweisen nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf.

 


 

Fußverkehr als Qualitätsmerkmal - kommunale Fachtagung und Fußverkehrspreis

Logo Kommunaler Fußverkehrspreis Deutschland 2022

Im Oktober 2018 trafen sich im Rahmen des Projekts „Bausteine für Fußverkehrsstrategien“ interessierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedenen deutschen Kommunen in Berlin, um den Grundstein für ein bundesweites Netzwerk fußverkehrsfreundlicher Städte zu legen. Dieses Vorhaben soll mit dem neuen Projekt aufgegriffen und gefestigt werden. Ziel ist es, ein Bündnis von Städten mit Fußverkehr als Qualitätsmerkmal aufzubauen und Kommunen eine Plattform zu bieten, auf der sie sich mit anderen Kommunen deutschlandweit zu ihren Erfahrungen und ihren Erwartungen zur strategischen Förderung des Fußverkehrs austauschen können sowie durch den Fachverband Fußverkehr Deutschland FUSS e.V. Beratung, Informationen und Material zu beispielsweise Best-Practice-Beispielen für Fußverkehrsmaßnahmen erhalten. Hierzu wird zum ersten Mal der Kommunalen Fußverkehrspreis Deutschland 2022 ausgelobt und die Siegerkommune bei einer kommunalen Tagung im Herbst 2022 gekürt. Alle Kommunen in Deutschland können sich dazu bewerben bis zum 1. Juli 2022 mit den ausgefüllten Bewerbungsunterlagen per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Weitere Informationen zum Wettbewerb können Sie sich als PDF-Datei herunterladen.

 


 

Betreuung von fünf Modellstädten

Mit dem Projekt sollen fünf Modellstädte gefunden werden, die sich vom FUSS e.V. bei der strategischen Förderung des Fußverkehrs beraten lassen möchten. Der Schwerpunkt liegt darin, Kommunen die Wirksamkeit kleinteiliger Maßnahmen zu verdeutlichen. Hierfür wird der FUSS e.V. im Laufe des Projekts eine Broschüre erstellen und veröffentlichen. Außerdem soll in jeder Modellstadt ein Maßnahmenprogramm für ein ausgewähltes Untersuchungsgebiet erarbeitet werden. Begleitend dazu werden in jeder Modellstadt von FUSS e.V. Gespräche mit der Stadtverwaltung, ein Fußverkehrs-Check, ein Workshop, eine Aktion im öffentlichen Straßenraum sowie ein Diskussionsgespräch beim Gehen mit Kommunalpolitiker/innen (ein sogenanntes „Parteiengespräch auf dem Gehweg“) angeboten. Der angedachte Zeitplan für die Zusammenarbeit mit den Modellstädten kann hier (pdf) eingesehen werden.

Insgesamt haben sich 30 Städte beim FUSS e.V. um die Teilnahme als Modellstadt im Rahmen des Projekts beworben.
Ausgewählt worden sind:

Weitere Informationen werden folgen.

Für Fragen wenden Sie sich gerne an das Projektteam.

 


 

Fachexkursion zu fußverkehrsfreundlichen und diskussionswürdigen Praxisbeispielen

Ambitionen, Städte umweltfreundlicher, schöner und fußverkehrsfreundlicher zu gestalten, gibt es seit den letzten Jahren erfreulich viele. Gute Beispiele für fußverkehrsfreundliche Lösungen existieren in Deutschland dagegen noch zu wenige – und einige davon sind vielen Stadtverwaltungen womöglich noch nicht bekannt.

Wie der Fußverkehr strategisch gut gefördert werden kann und welche Maßnahmen möglich sind, um mehr Sicherheit und attraktive Räume für zu Fuß Gehende herzustellen, kann in einzelnen Städten und Gemeinden beispielgebend angeschaut werden. FUSS e.V. hat im Juni 2022 mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommunaler Verwaltungen und Interessierten aus der Kommunalpolitik eine Fachexkursion zu fußverkehrsfreundlichen und diskussionswürdigen Praxisbeispielen im westdeutschen Raum durchgeführt. Die Exkursion wurde geleitet von Verkehrsplaner Dipl.-Ing. Arndt Schwab und Projektleiter Patrick Riskowsky.


Das Programm sah wie folgt aus:

Tag 1: NORDWESTEN (20.06.2022)

10:50 Uhr: Programmbeginn, Treffpunkt: Bohmte, Bahnhofsvorplatz (RE-Halt zwischen Bremen und Osnabrück),
Bohmte (Besichtigung „Shared Space“ Bremer Straße und Austausch)

14:30 Uhr: Duisburg (Besichtigung Opernplatz und Austausch)

16:45 Uhr: Hennef (Besichtigung Frankfurter Straße und Austausch)

18:45 Uhr: Brühl (Besichtigung „Stern“ und Austausch),
Anschließend: Diskussion und kurzes Resümee

19:40 Uhr: Programmende in Brühl, Bahnhof

Option I: Heimfahrt

Option II: Weiterfahrt nach Koblenz (im Preis enthalten, Ankunft: 20:42 Uhr),
Ausklang und Resümee,
Übernachtung (selbstorganisiert, eigene Bezahlung)

Tag 2: SÜDWESTEN (21.06.2022)

07:45 Uhr: Gemeinsame Weiter-/Hinfahrt ab Koblenz (für Teilnehmende von Tag 1 ist die Fahrt im Preis enthalten)

08:45 Uhr: Programmbeginn, Treffpunkt: Mainz, Bahnhofsplatz
Mainz (Besichtigung Große Langgasse / Umbach und Austausch)

Weitere Programm-Einstiegsmöglichkeit:

11:15 Uhr: Treffpunkt: Bensheim, Bahnhofsvorplatz (IC-Halt zwischen Frankfurt und Heidelberg)
Bensheim (Besichtigung Bahnhof-/Promenadenstraße und Austausch)

13:00 Uhr: Schwetzingen (Besichtigung Schlossplatz und Austausch)

15:15 Uhr: Speyer (Besichtigung Domplatz und Austausch),
Anschließend: Diskussion und kurzes Resümee

15:45 Uhr: Programmende am Domplatz in Speyer

Option I: Heimfahrt ab Speyer Hbf (25 min Fußweg oder Stadtbus)

Option II: eigene Besichtigung des Doms (UNESCO-Weltkulturerbe)

Option III: Nachprogramm: Weiterfahrt (im Preis enthalten) nach Bad Bergzabern (Besichtigung Ludwigsplatz und Austausch)
anschließend Ausklang und Resümee

18:13 Uhr: Heimfahrt ab Bad Bergzabern Bahnhof

 


 

Anleitung von „Quartiers-Geher*innen“ und App-Erprobung

Den Fußverkehr in der gesamten Stadt sicher und attraktiv zu machen und die Infrastruktur flächendeckend instand zu halten stellt für Stadtverwaltungen eine Herausforderung dar. Umso besser ist es, wenn Stadtverwaltungen Unterstützung aus der Zivilgesellschaft erhalten. Im Rahmen des Projekts möchte FUSS e.V. daher Engagierte dazu anleiten, als "Quartiersgeher:innen" einen Fußverkehrs-Check in ihrem Quartier selbstständig durchzuführen und Missstände sowie Verbesserungsvorschläge fachlich korrekt vorzutragen.

Im Auftrag des Umweltbundesamtes hat FUSS e.V. eine App für Fußverkehrs-Checks entwickeln lassen, die es auch Nicht-Fachleuten und Interessierten ermöglichen soll, ganz einfach und selbstständig Fußverkehrs-Checks durchzuführen und damit Daten zu erheben, die für die Stadtverwaltungen sehr nützlich sein können. Auch fachlich angeleitete Gruppenbegehungen sind mit der App durchführbar. Die Ergebnisse werden auf einer digitalen Karte dargestellt. Die GehCheck-App ist im März 2022 erschienen und soll auch im Projekt „Gut gehen lassen – Bündnis für attraktiven Fußverkehr“ Anwendung finden.

Mehr Infos und Info-Materialien finden Sie hier.

 


 

Unterstützung für die Kommunalpolitik

Eine wichtige Rolle bei Beschlüssen zur Umsetzung von Maßnahmen und Konzepten spielt die Kommunalpolitik. Um diese auf die Bedeutung des Themas Fußverkehr aufmerksam zu machen und sie dafür zu sensibilisieren, sollen Kommunalpolitiker/innen auf eine Begehung aus der Sicht von zu Fuß Gehenden mitgenommen werden, um an einzelnen Punkten in der Stadt über Verbesserungsmöglichkeiten für den Fußverkehr zu diskutieren. Damit einzelne Kommunalpolitiker/innen Verbesserungsvorschläge für den Fußverkehr fachgerecht, gut begründet und gezielt in ihren Gemeinderat einbringen können, will FUSS e.V. entsprechende Vorlagen mit Textbausteinen und Argumentationshilfen für Antragsstellungen erstellen.

 


 

Kontakt

Projektteam

M.Sc. Patrick Riskowsky
Projektleitung

Dipl.-Ing. Bertram Weisshaar
Moderation und Betreuung der Modellstädte

Dipl.-Ing. Arndt Schwab
Fachexkursion

Bei Fragen nehmen Sie Kontakt zu uns auf, per Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
oder telefonisch: 030 / 492 74 73 (Mo.-Fr. ca. 9 - 15 Uhr)

 

Projektzeitraum: 1. Mai 2021 bis 30. April 2023

 


 

Förderer

Dieses Projekt wurde gefördert durch das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz. Die Mittelbereitstellung erfolgt auf Beschluss des Deutschen Bundestages.

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Foto: Jacek Dylag / unsplash.com
Foto: Jacek Dylag / unsplash.com

Fünf Modellstädte wollen im Projekt „Gut gehen lassen – Bündnis für attraktiven Fußverkehr“ das Zufußgehen fördern. Braunschweig, Erfurt, Flensburg, Meißen und Wiesbaden werden in dem zweijährigen Vorhaben vom Fachverband Fußverkehr Deutschland FUSS e.V. bei der Entwicklung effizienter Maßnahmen zur Förderung des Fußverkehrs unterstützt.

Bis Frühjahr 2023 laufen in den fünf Städten Fußverkehrs-Checks, Workshops, Aktionen auf der Straße und Begehungen mit der Kommunalpolitik, sogenannte „Parteiengespräche auf dem Gehweg“. Außerdem sollen ehrenamtliche „Quartiers-Geher:innen“ gefunden werden, die sich in ihrem Stadtteil für bessere Gehwege engagieren. Sie erhalten vom FUSS e.V. eine Schulung, können dann zum Beispiel Fußverkehrs-Checks durchführen sowie der Stadtverwaltung und Kommunalpolitik geeignete Maßnahmen und Argumente vorschlagen.

Das Projekt läuft über zwei Jahre und wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und vom Umweltbundesamt gefördert. Zentrales Anliegen ist die stärkere Sensibilisierung der Stadtverwaltungen, der Kommunalpolitik und der Zivilgesellschaft für die Belange der Gehenden. Das Interesse war groß: 30 Städte hatten sich beworben.

FUSS e.V. will gemeinsam mit den Städten die Qualitäten des Fußverkehrs nutzen:

  • Klimaschonende Mobilität wird gefördert. 19 Prozent aller Autofahrten sind kürzer als zwei Kilometer (Quelle: Mobilität in Deutschland); viele dieser Wege können auch zu Fuß zurückgelegt werden.
  • Gehen ist effizient: Mit wesentlich weniger Fläche und Geld als bei jedem anderen Verkehrsmittel können gute infrastrukturelle Bedingungen geschaffen werden.
  • Gehen ist sozial: Es kostet fast nichts, braucht weder Fahrschein noch Führerschein und kann von fast allen Menschen im Alter zwischen einem und über hundert Jahren praktiziert werden.
  • Gehen schont Umwelt, Stadt und Menschen: Es macht weder Lärm noch Abgase, es gefährdet selten andere Verkehrsteilnehmer:innen, braucht keinen Parkraum und keine Abstellflächen.
  • Fußverkehr belebt den Straßenraum, sorgt für mehr Sicherheit, soziale Interaktion und Kommunikation und fördert nicht zuletzt den Einzelhandel am Weg.
  • Gehen ist gesund, fördert die Vertrautheit mit der Umgebung und die Identifikation mit der Stadt.

Über den Projektverlauf und Termine in den einzelnen Städten können sich Interessierte informieren unter: www.fussverkehrsstrategie.de > Modellstädte

 

Kontakt zur Projektleitung:
Patrick Riskowsky (Projektleiter)
Fachverband Fußverkehr Deutschland FUSS e.V.
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Tel. 030 492 74 73 (Mo.-Fr. 9-15 Uhr, mit AB)

 

Pressemitteilung von FUSS e.V.
Fachverband Fußverkehr Deutschland
vom 16.09.2021

 

Resümee zum Abschluss des Projekts "Bausteine für Fußverkehrsstrategien"

Fußgängerzone in Halle (Saale)

Immer mehr deutsche Städte entdecken das Gehen neu. Zwölf von ihnen haben sich in den letzten Jahren vom Fachverband für Fußverkehr FUSS e.V. strategisch beraten lassen; das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt haben das Projekt gefördert. Zum Abschluss des Projekts „Bausteine für Fußverkehrsstrategien“ resümiert Projektkoordinator Patrick Riskowsky: „Nachdem Fußgängerinnen und Fußgänger hundert Jahre lang als Randfiguren betrachten wurden, rückt der stadtfreundliche, einfache, kostengünstige und umweltfreundliche Fußverkehr in vielen Städten wieder mehr in den Fokus.“

Riskowsky berichtet: „Besonders spannend waren die Fußverkehrs-Checks, die wir überall gemacht haben. Teilnehmende Verwaltungsmitarbeitende, Kommunalpolitikerinnen und -politiker und andere waren zwar schon vorher zu Fuß in ihrer Stadt unterwegs, hatten aber Stärken und Schwächen der Fußverkehrs-Infrastruktur noch nie systematisch betrachtet – von der idyllischen Wohnstraße bis zur fußgängerfeindlichen Großkreuzung.“

Es gibt Probleme, die in fast allen Städten auftraten: Das erste ist Gehwegparken zu Lasten der zu Fuß Gehenden, das zweite sind Konflikte mit dem Radverkehr. Häufige Themen sind auch Bus- und Tramhaltestellen, Barrierefreiheit und in Altstädten Konflikte mit dem Denkmalschutz, etwa in der Frage des richtigen Wegebelags. Auch fehlende Beleuchtung über Gehwegen und in Tunneln ist ein häufiges Problem, und ein weit verbreitetes Ärgernis sind Ampeln, an denen die Wartezeiten für den Fußverkehr zu lang sind und die Grünphasen zu kurz.

Aus den Analysen in den zwölf Städten leiten die Fußverkehrs-Experten Empfehlungen für alle deutschen Städte ab. Dazu Riskowsky: „Es sollte mehr verkehrsberuhigte Bereiche geben und an Straßenkreuzungen und anderen Stellen mehr Zebrastreifen, Mittelinseln und Gehweg-Nasen, mit denen Fahrbahnen verschmälert und Sichtbeziehungen zwischen Gehenden und Fahrenden verbessert werden.“ Eine wichtige Forderung von FUSS e.V.: Breite Wege machen das Gehen attraktiver und die Städte schöner. Parkende Autos gehören an den Fahrbahnrand, nicht auf die Gehwege.

Das Projekt und die entwickelten Broschüren sollen einen Beitrag dazu leisten, das Zufußgehen in Deutschland wieder attraktiver zu machen, auch damit das eigene Auto öfter stehen gelassen wird und die eigenen Füße gerade für kurze Wege bevorzugt werden.

 

Die zwölf Modellstädte waren in Phase 1 bis 2018 Chemnitz, Eisenach, Jena, Marl und Rendsburg, in Phase 2 bis 2020 Coesfeld, Erlangen, Frankfurt (Oder), Göttingen, Mainz, Halle (Saale) und Neustrelitz. Drei Kurzporträts und einige Fotos aus dem Projekt finden Sie zum Download im UMKEHR-FUSS-Online-Shop > kostenlose Downloads > Themen-Websites > Fußverkehrsstrategie. (Die dort bereitgestellten Fotos sind frei zur redaktionellen Verwendung mit Angabe der Quelle „FUSS e.V.“.)

Alle Informationen zum Projekt, Porträts der Modellstädte und Ergebnisprotokolle aller durchgeführten Veranstaltungen finden Sie auf der Webseite: www.fussverkehrsstrategie.de

Aufgrund der Erfahrungen im Verlauf des Projektes mit den Problemen vor Ort hat FUSS e.V. den Stand der Technik bei Planungs- und Rechtsfragen zum Gehen für Expertinnen und Experten sowie für interessierte Bürgerinnen und Bürger aufbereitet. Die neue Broschüre von FUSS e.V. „Geh-rechtes Planen und Gestalten“ finden Sie als kostenlosen Download auf der Startseite www.fuss-ev.de > „Arbeitshilfe: Gesetze und Regeln zum Fußverkehr“.

 

Pressemitteilung von FUSS e.V.
Fachverband Fußverkehr Deutschland
vom 31. März 2020